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Oensinger Wappen

1768

Vor der Helvetik hatten die Gemeinden des Kantons eine untergeordnete Stellung. Erst nach dem Ende der Franzosenzeit wurden sie zu Gemeinwesen von einiger Bedeutung. Diese Wandlung zeigt sich auch im Wappenwesen. Aus der Zeit vor 1798 ist kein Oensinger Wappen bekannt. Aus der Helvetik sind einige Siegelabdrücke erhalten. Sie zeigen ein von einem Hut gekröntes Liktorenbündel mit der Umschrift „Municipalitaet von Oensingen“ und haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem heutigen Wappen des Kantons St. Gallen.

Erst die im Mai 1819 von der Staatskanzlei durchgeführte Umfrage ergab für Oensingen das heute noch gültige Wappen. Es stellt ein weisses Tatzenkreuz auf rotem Grund dar. Bis 1931 führte Neuendorf dasselbe Wappen. Um aber Verwechslungen zu vermeiden, wurde für jene Gemeinde ein blauer Schild gewählt. Das Tatzenkreuz könnte möglicherweise an starke Einflüsse der Johanniter von Thunstetten im Gäu erinnern, so dass vielleicht dem Tatzenkreuz ursprünglich das Malteser oder Johanniterkreuz zu Gevatter gestanden hat. Es fällt hingegen auf, dass die Familie Pfluger ein genau gleiches Kreuz im Wappen führt. Es wäre deshalb möglich, dass die Gemeinde einen Teil des Pfluger-Wappens übernahm. Diese Hypothese wird noch durch den grossen geistigen und wirtschaftlichen Einfluss der Pfluger zur damaligen Zeit erhärtet.

In der Einwohnergemeindeversammlung vom 27. Januar 1940 wurde das Wappen für alle Zukunft bestätigt und von der Gemeinde Oensingen offiziell als Gemeindewappen anerkannt.

Quelle: Bruno Rudolf: 1000 Jahre Oensingen
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